Ratgeber

Hundesteuer 2026: Was zahlt man wo? Städtevergleich & Listenhunde

Die Hundesteuer ist einer der unfairsten Posten im Hundebudget – nicht, weil sie hoch wäre, sondern weil sie rein kommunal festgelegt wird. Zwei identische Hunde können je nach Wohnort 0 € oder über 180 € im Jahr kosten. Hier der Überblick, Stand 2026.

Kurz & ehrlich: Für den ersten Normalhund reicht die Spanne von 0 € (nur noch wenige Gemeinden, z. B. Eschborn) bis 186 €/Jahr (Mainz); in Großstädten typisch 90–160 €. Die Tendenz zeigt nach oben: 2026 erhöhten allein in NRW 27 Kommunen den Satz, im Schnitt um 23 %. Der Zweithund kostet meist mehr, und für als gefährlich eingestufte Listenhunde steigen die Sätze drastisch – bis über 1.000 €/Jahr.

Was ist die Hundesteuer?

Die Hundesteuer ist eine kommunale Aufwandsteuer: Jede der rund 11.000 Gemeinden legt ihren Satz per Satzung selbst fest – und darf die Einnahmen frei verwenden (sie ist nicht zweckgebunden, fließt also nicht zwingend in Hundewiesen o. Ä.). Deshalb gibt es keinen bundesweiten Tarif, sondern einen Flickenteppich.

Großstadt-Vergleich: Ersthund pro Jahr

OrtErsthund / Jahr
Eschborn, Windorf, Wildpoldsried (Steuersatz 0 €)0 €
Verl (günstigste NRW-Kommune 2026)24,60 €
Winsen, Deggendorf, Passau (Beispiele)24–30 €
Hamburg90 €
München100 €
Frankfurt am Main102 €
Stuttgart108 €
Dresden108 €
Berlin120 €
Bremen150 €
Köln156 €
Dortmund156 €
Bonn162 €
Hagen (NRW-Spitze 2026)180 €
Mainz (bundesweite Spitze)186 €

Maßgeblich ist immer die Satzung deiner Stadt oder Gemeinde – die Werte ändern sich gelegentlich. Den genauen Betrag findest du auf der Website deiner Kommune oder in deren Hundesteuer-Satzung.

Trend 2026: Es wird teurer

Der aktuelle BdSt-Hundesteuervergleich 2026 (Bund der Steuerzahler NRW, März 2026, alle 396 NRW-Kommunen) zeigt klar nach oben: 27 Kommunen haben den Satz für den Ersthund erhöht, im Schnitt um 23 % – Spitzenreiter Lünen (+44 %) und Beelen (+39 %). Die NRW-Spanne reicht von 24,60 € (Verl) bis 180 € (Hagen). Selbst das bekannteste Gegenbeispiel ist Geschichte: Ahlen, jahrelang die prominenteste Stadt ohne Hundesteuer, erhebt seit dem 01.01.2026 wieder 78 €/Jahr. Steuerfrei bleibt der Ersthund nur noch in einzelnen Gemeinden wie Eschborn (Hessen) oder Windorf und Wildpoldsried (Bayern).

Zweithund und Listenhund

Zwei Aufschläge solltest du kennen:

  • Zweithund-Aufschlag: Viele Kommunen verlangen für den zweiten (und jeden weiteren) Hund das 1,2- bis 2-fache – z. B. Berlin 180 €, Frankfurt 204 €, Bonn 210 € statt des Ersthund-Satzes.
  • Listenhunde / „Kampfhunde": Für als gefährlich eingestufte Rassen steigen die Sätze massiv – bundesweit grob von ~108 € bis über 1.660 €/Jahr. Allein in NRW erheben 326 Kommunen einen erhöhten Satz für „gefährliche Hunde", Spitze ist Monheim mit 1.440 €/Jahr (BdSt 2026). Welche Rassen gelistet sind, regelt jedes Bundesland selbst.

Befreiungen und Ermäßigungen

Je nach Kommune sind Ermäßigungen oder Befreiungen möglich – etwa für Assistenz-/Diensthunde, für Hunde aus dem örtlichen Tierheim (oft im ersten Jahr) oder unter bestimmten sozialen Voraussetzungen. Auch das steht in der jeweiligen Satzung.

So steckt die Hundesteuer im Rechner

Weil die Steuer kommunal ist, arbeitet unser Hundekosten-Rechner mit einem groben Durchschnitt (~110 €/Jahr) – den du mit einem Klick auf deinen echten Wert anpassen kannst. Ortsgenau gibt es das in der pet-calc-App für Android (Pro): 11 belegte Städte plus bundesweiter Durchschnitt.

Quellen

Alle Artikel